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Immer diese Erwartungen…

Erwartungshaltung

Jeder von uns kennt das große Gefühl der Enttäuschung, wenn uns z.B. der Partner, die Partnerin oder unsere Kinder so richtig hängen lassen, wo wir doch im Vorfeld alles für sie getan haben!

Erwartungshaltung ist uns in unseren Breiten schon sehr früh anerzogen worden! Schon als kleine Kinder lernten wir uns den Anforderungen des Tagesablaufes anzupassen und den Vorstellungen unserer Umgebung gerecht zu werden. Wir merkten schnell, dass wir wir Lob und Liebe bekamen wenn wir funktioniert haben!

Genauso bemühen wir uns heute unserem Umfeld anzupassen, zu funktionieren und zu geben – um dann auch von den Anderen in gleicher Weise zurückzubekommen!

Als Kinder im Familiensystem waren uns die dort herrschenden „Spielregeln“ vertraut und von uns wurden diese als ganz normal und richtig empfunden! Wir waren doch ein eingespieltes Team!

Spannend wurde es, als wir eine Partnerschaft eingingen und nach der anfänglichen Verliebtheit plötzlich unser Partner ganz anderes reagierte, als wir es gewohnt waren. Oft verstanden wir die Welt nicht mehr! Doch von der Ferne betrachtet ist es ganz logisch und normal. In jeder Familie gibt es unterschiedliche Glaubenssätze. Jede Familie hat andere Schwerpunkte und Verhaltensmuster. Die Erwartungshaltung ist ein Verhaltensmuster, das uns oft veranlasst, uns in unser Schneckenhaus zurückzuziehen und unser Herz zu schließen.

Ich lade dich ein, dein Tun immer wieder zu beobachten und dich zu fragen, ob du von der anderen Person eine Gegenleistung erwartest!

Ich lade dich auch ein, in der Partnerschaft zu sehen, wie oft du schmollst, weil du eine ganz bestimmte Vorstellung vom Verhalten deines Partners hast.  Vielleicht ist er gerade mit seiner Arbeit so überfordert oder hat seinen Kopf ganz wo anders. Wahre Liebe ist bedingungslos und wie das Wort schon sagt, beinhaltet sie keine Bedingungen. Die wahre Liebe gibt und schenkt ohne zu erwarten. Sie nährt sich selbst von Innen her, weil ihr das Schenken Freude bereitet. Zur wahren Größe wachsen wir, wenn wir den anderen genauso SEIN lassen können, wie er ist. Beleidigt zu sein, zu schmollen ist für mich Bestrafung: der oder die hat es falsch gemacht und MUSS das korrigieren oder wieder gut machen. Ich will denjenigen verändern!!!!

Aus meiner Sicht ist das uralte Energie. Spiele, die wir auf dem Kindergartenplaneten spielen können.

Für mich bedeutet zu lieben, jeden so sein zu lassen, wie er ist. Jedem die Möglichkeit zu geben, mit JA oder NEIN zu antworten. Kennst du das auch, Fragen zu stellen und dabei die Antwort schon vorgefertigt mitzuschwingen lassen?

Wir alle sagen danke, dass es nun Zeit ist, alle Erwartungen loszulassen. Ganz bei uns zu bleiben, uns zu beobachten, unsere Gedanken und Handlungen zu überprüfen und uns liebevoll wachsen zu lassen!

Liebe beschreibe ich so gerne mit diesem Bild:
Die Liebe ist für mich ein Bussard mit zwei Flügeln:
Der eine Flügel ist die Nähe und der andere ist die Freiheit!
Nähren wir nur den Flügel der Nähe, wird der Bussard nie fliegen und nähren wir nur die Freiheit, wird der Vogel nie den Boden verlassen.
Nähren wir jedoch die Nähe und die Freiheit gleichermaßen, wird uns die Liebe zur Herrlichkeit und Unendlichkeit emportragen. Der Bussard wird in die Lüfte mit Leichtigkeit aufsteigen und davonschweben ins irdische Himmelreich!

Nun nähert sich uns das Weihnachtsfest mit großen Schritten und auch ich erwische mich immer wieder mit gewissen Erwartungen meinen Lieben gegenüber!

Probieren wir doch heuer alles so anzunehmen, wie es ist. Nicht zu bewerten und zu kritisieren. Jeder darf so sein, wie er ist und das ändert nichts daran, dass wir unser höchstes Glück immer IN UNS tragen und wir uns von dem Verhalten anderer  nicht aus unserer Mitte bringen lassen! Wir öffnen unser Herz ganz weit…, und beschenken so unsere Lieben mit dem Höchsten!

In diesem Sinne wünsche ich euch allen noch eine besinnliche Vorweihnachtszeit!

NAMASTE

Alles Liebe Waltraud